#3 – Warum das „Nein“ sagen so wichtig ist

Wieso wir zu oft ja sagen

Kennt ihr Menschen, die zu allem und jedem ja sagen? Die jeder Bitte nachgehen oder allem helfen wollen? Vielleicht seid ihr sogar selbst so jemand. Jetzt würdet ihr doch sicherlich sagen, dass das eine gute Eigenschaft ist. Immerhin ist Helfen eine gute Sache und selbst ich vertrete diese Meinung. Aber Hilfe muss richtig angewendet werden. Hier spielt der Begriff „Fokus“ welchen ich im nächsten Blogbeitrag noch genauer behandeln werde, eine große Rolle. Wenn wir zu allem ja sagen und jede Aufgabe nehmen, so können wir keine Aufgabe mit unserer besten Leistung abarbeiten. Wir teilen also unsere Energie in viele kleine Teile, sprengen sie quasi auf und lassen sie in die Welt strömen. Wieso machen wir das die meisten? Hauptsächlich weil es sich gut anfühlt. Besser noch, weil es sich nicht negativ anfühlt. Von seinem Chef die Zusatzaufgabe nicht anzunehmen, einem Freund eine Bitte auszuschlagen oder einem Obdachlosen nicht zu helfen tut bei den meisten Menschen im Herzen weh, weil wir sie damit augenscheinlich enttäuschen. Um diesen negativen Gefühlen kurzfristig aus dem Weg zu gehen, sagen wir einfach zu allem ja. Kurzfristig, weil wir langfristig niemals alle Versprechungen, Aufgaben und Hilfegesuche erfüllen können. Wenn unser Körper 100 Prozent Leistung bietet wir aber Aufgaben annehmen, die uns 400 Prozent abverlangt, dann können wir das vielleicht noch kurzfristig stemmen, aber langfristig macht entweder unser Körper schlapp oder wir erfüllen nicht alle Aufgaben.

Ungeduld

Es geht nicht darum, so viele Puzzle-Teile wie möglich zu nehmen, sondern besonnen eins nach dem anderen.

Die Gefahr hinter den „Ja-Sagern“

Die große Gefahr liegt nicht alleine nur darin, dass wir langfristig die Leute enttäuschen. Es wiegt noch viel schlimmer. Wir verlieren unter anderem das Vertrauen der Menschen die uns um etwas gebeten haben, weil am Ende nur das Ergebnis zählt und nicht der gute Wille. Außerdem gehen wir daran zu Grunde. Wenn wir uns nicht auf wenige Dinge fokussieren, dann ist unser Geist in einer ständigen Unruhe, weil noch viele unerledigte Dinge im Kopf herumschwirren. Nicht nur unser Körper wird also durch die ständige Belastung und fehlende Ruhe ausgelaugt, sondern auch unser Geist wird schwächer und schwächer. Und wenn wir unsere Energie aufteilen, reicht diese meistens nicht aus, um eine Aufgabe richtig durchzuführen. Wenn wir nur mit halber Aufmerksamkeit Auto fahren erhöht das das Unfallrisiko um mehr als das zehnfache. Wenn wir versuchen, zwei Menschen gleichzeitig eine Herz-Lungen-Massage zu geben, weil wir beide retten wollen, dann werden beide sterben. Dies sind nur zwei von vielen Beispielen, wo es sich auszahlt 100 Prozent Fokus auf eine Aufgabe zu richten. Auch im finanziellen Bereich kann es fatal sein, zu den „Ja-Sagern“ zu gehören. Wenn man jedem Hype hinterher läuft und jedem Produkt vertraut welches angepriesen als „Das neue Investment. Sicher und lukrativ. Jetzt zuschlagen“, dann wird man pleite oder gerät schnell in die Schuldenfalle. Besonnenheit und Geduld zahlt sich öfters aus, als wenn man sofort Entscheidungen trifft und unüberlegt handelt.

Lerne „Nein“ zu sagen.

Geduld

Nur mit Geduld und Besonnenheit gelingt das unmögliche

Ein Mensch, der es schafft, nein zu sagen, ist in der Gesellschaft keineswegs nicht hilfsbereit. Die Menschen verurteilen ihn auch nicht für seine Absagen. Ganz im Gegenteil. Sie schätzen ihn für seine Standhaftigkeit und seine Grundsätze. Auch der Chef lobt einen für die vielen Abgeschlossenen Aufträge und vergisst nach einiger Zeit die Absagen der Gefallen, die er vor Monaten mal einfordern wollte. Wenn wir lernen „Nein“ zu sagen, dann können wir uns auf die wenigen wichtigen Dinge im Leben konzentrieren, die wir wirklich beeinflussen können und welche wir dann mit unserer vollen Kraft ausführen können. Viele Menschen haben auch die Angst, Chancen zu verpassen. Sie reden sich ein: „Wenn ich jetzt nicht handel, dann werde ich es mein ganzes Leben lang bereuen, weil ich nie wieder solch eine Chance bekomme.“ Meiner Meinung nach bietet unser Leben genug Chancen und Möglichkeiten. Wir müssen nicht alle von ihnen ergreifen und könnten es auch gar nicht. Geduld ist eine Tugend, welche Menschen in Beruf, Leben und Glück viel weiter bringt als unbesonnenes Handeln und Hektik.

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