#6 – Der Kompetenzkreis

Jeder Mensch besitzt bestimmte Fähigkeiten und Tätigkeiten, die er besonders gut kann und wiederum andere, in denen er schlecht ist. Der Bereich der Dinge, in denen wir gut sind, nennt man Kompetenzbereich. Dieser Bereich verändert sich über die Lebensspanne hinweg, auch wenn bei vielen einige Fähigkeiten ein Leben lang anhalten.

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Das Schwierigste ist herauszufinden, welche Tätigkeiten sich in unserem Kompetenzkreis befinden. Auch mich quälte lange Zeit die Frage „Was kann ich eigentlich? Was kann ich nicht?“ Meistens sind es die Dinge, die einem Spaß machen, aber auch darauf konnte ich nicht wirklich antworten. Zumindest nicht, wenn es um die Berufswahl geht. Dies beschäftige mich gerade in der Endzeit meines Abiturs besonders, da ich mich danach für irgendetwas festlegen musste. Das selbst dies ein Irrtum ist, weil wir uns auch mit 40 oder 60 noch einmal komplett umorientieren können, hebe ich mir für ein andere Kapitel auf. Meine Aufgabe war es, herauszufinden, was ich eigentlich schon seit Jahren in meiner Freizeit gemacht habe. Man muss diese Tätigkeiten auf das allgemeine Konstrukt herunter brechen. Bei mir bestand es aus: Planung, Führung und Ausbildung. Mir war bis zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, dass ich diese Tätigkeiten eigentlich seit meinem 6. Lebensjahr mit Motivation und Spaß durchführte. Ich konnte bisher einfach nur die Brücke zum Beruf nicht schlagen und mir Aufgaben mit diesen Tätigkeiten suchen. Erst als ich meinen Kompetenzkreis entdeckte, konnte ich fokussiert daran arbeiten, diesen zu verbessern. Es gibt unzählige Möglichkeiten, die die Menschen in der heutigen Zeit haben. Versucht dabei immer, spezifische Tätigkeiten, die ihr gerne macht, auf allgemeine zu übertragen. Dies klappt nicht immer, hilft euch aber euren Horizont für die Möglichkeiten zu erweitern.

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Es ist auch nicht so wichtig, wie groß der Kompetenzkreis ist. Wichtiger ist zu erkennen, wo die Grenzen liegen um nicht „falsche“ Fähigkeiten mit hinein zu platzieren.

Sie müssen herausfinden, was Ihre eigenen Fähigkeiten sind. Wenn Sie Spiele spielen, bei denen andere Leute die Fähigkeiten haben und Sie nicht, werden Sie verlieren. Und das ist so nahe wie jede Vorhersage, die Sie machen können. Sie müssen herausfinden, wo Sie einen Vorteil haben. Und Sie müssen innerhalb ihres eigenen Kompetenzkreises spielen. (Charlie Munger)

Viele von uns halten ihren „vermeintlichen“ Kompetenzkreis zu groß. Sie meinen, dass ein großer Kompetenzkreis mit Stärke und Erfolg in Verbindung gebracht wird und wollen alles selber erledigen und keine Hilfe annehmen. Dies ist ein Irrtum. Wirklich erfolgreiche Menschen haben sich auf wenige Tätigkeiten beschränkt und diese perfektioniert. Ein Profisportler konzentriert sich auf seine Sportart, nicht auf andere Sportarten und auch nicht auf Tätigkeiten im Büro. Er steht dazu, nicht alles zu können und engagiert andere, die diese Aufgaben können und für ihn übernehmen. Ähnlich ist es mit Firmeninhabern, welche Mitarbeiter einstellen, um alle Aufgaben des Unternehmens zu bewältigen.

Aber das heißt natürlich nicht, dass ihr keine neuen Kompetenzen erwerben könnt, ganz im Gegenteil. In einem gewissen Rahmen macht es Sinn und vor allem Spaß, neue Dinge zu erlernen, aber eins braucht ihr dafür: Geduld. Es heißt, man braucht ca. 10.000 Stunden, um eine Tätigkeit zu beherrschen, je nach Komplexität der Aufgabe. Bleibt also dran, wenn ihr etwas neues ausprobieren wollt und es mal nicht so gut klappt. Bei großen Dingen, wie eine neue Sprache lernen, dauert es lange, bis ihr auf einem vernünftigem Niveau seid und euch wohl dabei fühlt, diese Fähigkeit auch wirklich einzusetzen.

Also sucht euren Kompetenzkreis und haltet ihn möglichst eng, um euch auf die wesentlichen Stärken eures Wesens zu konzentrieren. Diese verbessert ihr ständig. Nur so bietet ihr einen wirklichen Mehrwert für diese Welt.

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