#14 – Der Perfekte Start und wieso er uns blockiert

Menschen sind denkende Lebewesen. In tausenden von Jahren haben wir uns von den instinktiv agierenden Höhlenbewohnern in ein bewusst denkende und abwägende Spezies entwickelt. Heute im Zeitalter des Internets, der drahtlosen Kommunikation und der Hilfe durch Maschinen sind die geistigen Fähigkeiten meist wichtiger als die körperlichen. Aber diese Haltung lässt uns oft zögern. Besonders die Flut an Informationen und der Drang, alles genau zu wissen bzw. zu planen kann fatale Folgen haben. Meine Gedanken zu diesem Thema im heutigen Artikel.

Wie wichtig Planung ist

„Jeder braucht einen Plan für sein Leben“ heißt es oft. „Wir brauchen einen Urlaubsplan, sonst verpassen wir die wichtigsten Orte und Erlebnisse.“ Gerade die Deutschen sind in der Welt für ihren Perfektionismus und die Genauigkeit ihrer Pläne bekannt. Wir sind die besten, wenn es darum geht, konkrete Abläufe aufzustellen, aber auch, um in die Planungsfalle zu geraten. Dazu folgendes Beispiel. Wie oft ist ein Flugzeug auf Kurs? 90% der Zeit? 50% der Zeit? Die korrekte Antwort ist: 0%! Wenn ein Passagier während des Fluges mal auf die Tragflächen schaut, kann er die ständigen Bewegungen der Ruder erkennen. Der Boardcomputer berechnet pro Sekunde die Flugbahn bis zu 1000 Mal neu. 

Erfolg Persönlcihkeitsentwicklung Korrektur Planung
Nach dem Start erfolgt sofort die Korrektur / pixabay.com


Ähnlich ist es beim Auto fahren. Selbst wenn wir auf einer geraden Straße fahren und das Lenkrad nur für kurze Zeit loslassen (und keinen Spurassistenten haben), dann driften wir ab. Es bringt uns auch nichts, eine genau Fahrroute vorzuplanen, da sich durch Staus, Unfälle oder Baustellen eh alles ändern könnte. Wichtig ist ein Plan allerdings schon. Denn er trainiert unsere Fähigkeiten zum planen. Je öfter wir die Fähigkeiten benutzen und trainieren, desto schneller und besser können wir auf unvorhergesehene Abweichungen reagieren. Wie schon ein berühmter General im zweiten Weltkrieg sagte:

Pläne sind unwichtig, aber Planen ist alles.

(Original engl.: Plans are worthless, but planning is everything.)

Dwight D. Eisenhower

Sobald zwei Streitmächte aufeinander treffen, sind alle Pläne obsolet. Sobald ein Flugzeug in der Luft ist und es auf Wind, Wetter und Temperatur ist, sind alle vorherigen Berechnungen nicht mehr zu gebrauchen. Deshalb ist die Fähigkeit zu korrigieren viel wichtiger als die Fähigkeiten Pläne zu entwerfen, die jedes kleinste Detail betrachten.

Warum zu viel planen unproduktiv ist

Wir Deutsche lieben die Bürokratie, auch wenn es niemand zugeben will. Es ist sicher, dauert lange und gibt Verantwortung ab. Wir planen alles bis ins kleinste Detail und wollen nichts vergessen. Zusätzlich zum oben genannten Problem kann zu viel Planung sogar schädlich sein. Planung ist grundlegend sinnvoll. Wir gelangen an Informationen und überlegen uns Möglichkeiten, welche wir vorher noch nicht im Gedächtnis hatten. Aber diese gewonnenen Informationen sind nur bis zu einem gewissen Grad sinnvoll. Ab diesem Punkt führen zusätzliche Informationen zu einer Denkblockade oder -starre. 

Erfolg Persönlcihkeitsentwicklung Korrektur Planung
Zu viel Planung sorgt für Überlastung im Gehirn / pixabay.com

„Hast du einen Feind, dann gibt ihm Informationen.“ Dieser Satz zielt genau auf den Fehler, zu viele Informationen zu sammeln. Wenn die Informationsflut ununterbrochen weiter läuft, muss ständig eine Auswertung dieser Information erfolgen. Dies verhindert eine Entscheidung oder Handlung mit den bisherigen Informationen, da die neuen Informationen ja relevant sein könnten und damit die Entscheidung verändern könnten. Dies sorgt für die oben genannte Starre in der wir uns dann befinden. Und die Angst „noch mehr“ herauszufinden lässt uns noch weiter zögern, bis unser Handeln dann nicht mehr möglich ist.

Es wird nie möglich sein, alle Informationen zu sammeln. Wir müssen ein gewissen Maß an Ungewissheit für unsere Handlungsfreiheit in Kauf nehmen. Aber wann ist der Punkt der effektiven Informationssammlung erreicht. Nun, das kann man nicht genau feststellen. Es ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Deshalb rate ich, sich vorher ganz kurz ein Zeitfenster für die Planung zu setzen und sich dann rigoros daran zu halten. Selbst wenn feststeht, dass noch wichtige Informationen fehlen, fangt nach der Deadline an. Korrigieren könnt ihr danach immer noch. Die besten Ergebnisse kommen übrigens nicht durch das Nachdenken, sondern durch Handeln. Diesen Blogbeitrag habe ich auch nicht von vorn bis hinten durchgeplant, sondern ich habe angefangen zu schreiben. Als dann die ersten Zeilen fertig waren, habe ich korrigiert, umstrukturiert und neue Ideen beim Schreiben bekommen. Pläne sind ein wichtige Bestandteile in unserem Leben, aber die Fähigkeit, die selbst erstellten Pläne umzusetzen und währenddessen zu korrigieren, ist die Fähigkeit, die uns wirklich weiter bringt.

0 Gedanken zu „#14 – Der Perfekte Start und wieso er uns blockiert“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.