#36 – Vilfredo Pareto – Warum nur wenige reich sind

Immer hört man es in den Nachrichten: „20% der Bevölkerung besitzt über 80% des Geldes.“ Wieder einmal schimpft man über die Reichen. Aber nicht nur dort scheint die Verteilung ungerecht zu sein. Gleiches sieht man im Sport, beim Glück und in anderen Bereichen des Lebens. Warum dies so ist und was Pareto dabei für eine Rolle spielt, mehr dazu in diesem Beitrag.

Der Begründer des Paretoprinzips

Vilfredo Pareto war ein italienischer Ingenieur und Ökonom, der Anfang des 20. Jahrhunderts herausfand, dass es eine gewisse Ungleichheit der Verteilung existiert. Er untersuchte damals die Verteilung des Grundbesitzes in Italien und stellte fest, dass 20 % der Bevölkerung ca. 80 % des Bodens besaßen. Erst viele Jahre nach seinem Tod entdeckte man in den Ergebnissen eine gewisse Gesetzmäßigkeit. Damals fand man heraus, dass nur wenige Teile in einem Auto für die Grundfunktionen des Fahrens wichtig seien und viele der Teile eher Luxuszwecken verfolgten, zwar nicht komplett überflüssig, aber dennoch weniger wichtig. Und so entwickelte sich das Ergebnis von einer kleinen Studie über die Landverteilung zu einem fundamentalen Grundgesetz. Ja richtig, es ist ein Grundgesetz. So wie die Schwerkraft oder die Temperatur ist auch das Paretoprinzip, welches ihm zu ehren so genannt wurde, eine Gesetzmäßigkeit in allen Bereichen.

Bedeutung des Paretoprinzipes

Sicherlich gibt es viele, die mir jetzt Beweise für die Widerlegung dieser Behauptung geben können. „Hier sind es nicht 20%, sondern nur 15% oder 5%.“ Dem stimme ich absolut zu. Das Paretoprinzip beruht sich auch nicht starr auf dem 80/20 Verhältnis. Es sagt nur aus, dass ein kleiner Teil den größten Teil der Ergebnisse in einem Bereich verursacht. Das Verhältnis 80 zu 20 hat sich einfach eingebürgert, da jeder dann sofort weiß, was gemeint ist (Auch wenn ich es für etwas schädlich halte, da die meisten sich dann starr auf dieses Verhältnis berufen). Selbst die 100% als Referenzmenge ist in meinen Augen oft unangebracht, da das Verhältnis auch 60/30, 20/90 oder 95/1 haben kann.

Aber inwiefern nützt mir dieses Wissen? Wie bei fast jedem Wissen: „Erstmal nichts, solange du es nicht anwenden kannst.“ Ihr müsst zunächst herausfinden, was sind die Minderheit ist, welche den größten Nutzen erwirkt. Sei es in eurem Beruf, bei eurem Hobby oder in der Beziehung. Was Dinge müsst ihr tun, damit die meisten Kunden gewinnt oder die meisten Produkte herstellt. Welche Bewegungen oder Techniken helfen euch bei eurem Hobby, die meisten Siege davonzutragen oder machen euch am meisten Spaß. Und was sind die Dinge, die euer Partner am liebsten mit euch unternimmt (das ist besonders wichtig, wenn ihr nur begrenzt Zeit miteinander verbringen könnt). Natürlich sind es manchmal auch unbedeutende Dinge, die wichtig in einer Beziehung sind, aber darauf sollte man sich nicht fokussieren.

Oft wissen wir auch, wo sich die 80% des Erfolgs befinden. In der Schule wissen wir ganz genau, welche Themen uns liegen und was die meisten Punkte bringt. Und doch verbringen wir so viel Zeit damit, die letzten 20% zu lernen. Klar, wenn man der Beste sein möchte, dann muss man sich daraus konzentrieren. Die harte Arbeit macht den Unterschied aus zwischen Anfänger und Profi in einem Bereich. Aber ihr wollt doch nicht überall der Beste sein bzw. könnt ihr es nicht. Ihr müsst euch spezialisieren. Und für alle anderen Bereiche, die euch vielleicht nicht liegen oder für die ihr schlichtweg keine Zeit hab, solltet ihr euch auf die wichtigsten Punkte beschränken, die euch vielleicht nicht 100% des Ergebnisses bringen, aber dafür eine Menge Zeit ersparen. Ich könnte jetzt noch hunderte Beispiele aufzeigen und würde bei weiten nicht jeden von euch erreichen. Ich glaube aber, dass jeder ein paar Beispiele finden wird, wo dieses Paretoprinzip Anwendung findet.


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Weiterführende Literatur

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