#40 – Neid und wie du es leugnest

Alle haben es, niemand gibt es zu: Neid. Es ist die am meisten geleugnetste Eigenschaft, die Menschen haben. Dabei haben wir sie schon seid tausenden von Jahren in unseren Genen verankert. Aber ist Neid wirklich schlecht? Wie sollte man damit umgehen? Mehr dazu in diesem Beitrag.

Neid ist eine Eigenschaft, die wir früher benötigten. Als wir früher in Höhlen lebten, gab es nicht immer Essen für alle Menschen. Die Männer sind jagen gegangen, um Fleisch für sich und seine Sippe zu sammeln. Dabei wurden die Jäger mit der fettesten Beute mit Achtung und Ansehen geehrt. Er wurde zum Häuptling der Gruppe und konnte sich die besten Frauen aussuchen. Das gefiel den anderen Männern zum Teil nicht. Daher entwickelte sich in unseren Genen der Neid, damit wir etwas gegen unseren Mangel tun. Damals wurden die Häuptlinge herausgefordert und getötet, um selbst an die Macht zu kommen. Oder man wurde aus Neid motiviert, um größere Beute zu machen, um den Ruhm zu ernten. Beides wichtige Dinge, um zu überleben und die eigenen Gene weiterzutragen.

Aber wir leben heute nicht mehr in Höhlen und vor allem kämpfen die meisten von uns heute nicht tagtäglich ums Überleben. Daher ist Neid ein Überbleibsel unserer Vorfahren. Meiner Meinung nach wird es sich nach und nach zurückentwickeln und verschwinden (wie lange es dauert, kann ich allerdings nicht sagen, immerhin haben unsere Vorfahren Jahrtausende in solchen Sippen gelebt).

Sich Neid einzugestehen, kann deprimierend sein, ist aber der erste Schritt zur Besserung.

Neid schadet uns in der heutigen Zeit fast nur noch. Die Rolle der Motivation ist immer mehr in den Hintergrund geraten. Vielmehr hat sich der Angriff durchgesetzt. Zwar führen wir heute keine Zweikämpfe bis zum Tod durch, aber wir attackieren uns dennoch, wenn wir auf jemanden neidisch sind. Meistens denunzieren wir eine Person oder eine Gruppe. Wir reden schlecht über sie oder zeigen nur die negativen Eigenschaften einer Gruppe auf. Arme schimpfen auf die Reichen, dass sie alle nur ausbeuten, nichts spenden und in Wohlstand leben, während andere auf der Straße wohnen. Aber wenn man sie mit „du bist doch nur neidisch“ anspricht, dann leugnen sie es. „Ich bin doch nicht neidisch… Es gibt viel wichtigeres als Geld…“ So oder so ähnlich ist dann die Antwort, meist werden sie sogar wütend oder aufbrausend. Ich behaupte, wer neidisch ist, gibt zu, etwas von einem anderen haben zu wollen. Das Schlimmste ist, er muss sich mit der Frage beschäftigen „Warum ist das denn so?“ Wir gestehen uns ein, nicht dort zu sein, wo wir eigentlich sein wollen. Wir haben nicht die Dinge, die wir gerne hätten. Wenn ich komplett glücklich und zufrieden bin, dann kümmert es mich überhaupt nicht, dass jemand Millionen von Euro hat, nie mehr arbeiten muss und jeden Tag an jeden Ort der Welt verbringen.

Selbst von Medien und Politik wird Neid niemals offen ausgesprochen. Heutzutage wird es zu „soziale Ungerechtigkeit“ umgedichtet. Es muss einen automatischen Ausgleich geben zwischen denen, die viel haben und denen, die weniger haben. Aber wo fängt man an und wo hört man auf? Ich möchte jetzt keine Diskussion über soziale Gerechtigkeit anfangen, deswegen ermutige ich euch nur, euch mal intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und dabei auch wirklich mal in die Rolle beider Seiten zu schlüpfen, um ihre Beweggründe zu verstehen.

Wie aber geht man nun mit Neid um? Kann man Neid überhaupt verhindern? Ich sage ein ganz klares Jain. Wenn der Neid in dir hochkommt, dann ist es nicht so leicht, ihn einfach loszuwerden. Schon gar nicht, indem man das, was man haben/können möchte, schlecht redet. Ständig Negativ zu denken ist in meiner Lebensvorstellung eine sehr deprimierende Art. Ich versuche eher den positiven Ansatz. Anstatt das Vorliegende schlecht zu machen, besinne ich mich auf die Dinge, die ich besitze, die mich umgeben und die Fähigkeiten, die ich schon erlernt habe. Diese geben mir fast immer einen Glücksschub, den ich nutzen kann, um den Neid zu überflügeln. In einigen Fällen ist er auch nicht nötig, da ich meinen Neid immer sofort hinterfrage. „Warum bin ich jetzt auf diese Person neidisch? Was fehlt mir?“ Dann gehe ich in Gedanken diesen Mangel an und versuche mir zu überlegen, wie ich ihn füllen kann. Es gibt so viele Möglichkeiten, dabei spreche ich hier nicht nur von Geld. Es geht darum, eine erfüllte Beziehung zu haben, einen Sinn im Arbeitsalltag zu sehen und wieder Spaß am Leben zu haben. All diese Bedürfnisse werden durch unseren Neid an andere ausgedrückt. Hinterfragt euch also selber, ob er jetzt jeden schlecht reden wollt, auf den ihr neidisch seid. Oder wollt ihr etwas dagegen tun und mehr aus dem Leben machen?

Wie siehst du das Thema Neid? Stimmst du mir zu oder stehst du auf der komplett anderen Seite? Mich würde deine Meinung zu dem Thema wirklich interessieren.


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0 Gedanken zu „#40 – Neid und wie du es leugnest“

  1. Also Sönke, beim Neid werden nicht die relevanten Fragen gestellt, z. B.: Was ist Neid, bedingt dieser die Bewegung, die da zeugt die Zeit? Ohne Neid, Unsterblichkeit, da ohne den Verschleiß in der Zeit.
    Definition der Zeit: Zeit ist materielle Bewegung durch den Raum (= Neidtraum) zum Zweck des materiellen Zugewinns. Neidzeugung, die hält schließlich, angeberisch, die Welt in Schwung.

    Wo der Neid vorherrscht als Laster, da gibt es dann aber auch gleich mal die schadenfrohe Neid-Zeugung als Trostpflaster, und dieses hat dann natürlich allen Grund dazu, sich aufzuregen übers Laster.

    Schaue hier, dann kannst du den Neid in allen Einzelheiten durchschauen, und dich selbst dabei zur Unsterblichkeit hin umbauen: https://upvs.wordpress.com/2019/06/20/was-schaut-ihr-an-wisst-ihr-wie-der-neid-bestimmt-eure-lebenszeit-doch-wehe-euer-lebenspartner-hat-geistverstand-und-ist-somit-nicht-zustimmend-kompromissbereit/

  2. Ein wirklich guter Beitrag!
    Ich fand es gut, wie du versucht hast etwas oberflächlich negativ wirkendes ins Positive zu rücken bzw. die Möglichkeit etwas positives raus zu machen zu erläutern. Das Neid allerdings komplett verschwinden wird bezweifle ich. Eine Gesellschaft in der jeder jedem das Beste wünscht und sich an seinen eigenen Errungenschaften misst ist sehr wünschenswert, meiner Meinung nach aber eben auch nur ein Wunschdenken.
    Es wird immer Menschen geben, die aufgrund bestimmter Vorfälle in ihrer sozialen Vergangenheit anderen weniger gönnen, als sie es sich selber gönnen würden. Dies muss allerdings nicht ausschliesslich schlecht sein. Durchaus kann Neid, wie du bereits sagtest, auch motivieren über seine eigenen Grenzen zu gehen, sich stetig zu verbessern, an sich zu arbeiten und jedes Ziel zu erreichen. Solche Ziele, sofern sie denn erreichbar sind, halten einen Menschen motiviert und glücklich und steigern seine Leistungsfähigkeit immens. Sowas sollte man nie vergessen.

    1. Dem stimme ich auch zu, obwohl ich mit der Einstellung lebe, dass die Menschheit irgendwann die meisten negativen Eigenschaften aus dem Genpool aussortieren werden. Sicherlich kommen neue dazu, aber in der heutigen Welt bringen sie uns einfach nicht weiter. Es kann natürlich noch hunderte oder tausende Jahre dauern. Aber danach streben sollten wir schon heute.

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